„Wir sehen die Transformation als Chance, den Wirtschaftsstandort Niederrhein langfristig zu stärken“
Das traditionelle Branchenevent der DeltaPort Niederrheinhäfen stand diesmal unter dem Motto „Transformation meets Logistics“. In ihren Reden betonten der Schirmherr und Präsident der Hochschule Rhein-Waal, Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Wesels Bürgermeister Rainer Benien und DeltaPort-Geschäftsführer Andreas Stolte die großen Chancen, die in den aktuellen Transformationsprozessen liegen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln skizzierten sie, wie ein aktiv gestalteter Wandel zum entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Logistik- und Wirtschaftsstandortes Niederrhein werden kann.
Die Welt ist im Wandel: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Robotik, Klimakrise und Dekarbonisierung, veränderte Arbeitswelten und unter Druck stehende Lieferketten. „Wir erleben derzeit die größte wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation seit Jahrzehnten“, brachte es Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen und Gastgeber beim Branchentreffen „DeltaPort – vor Ort“, auf den Punkt. Auf Einladung der DeltaPort Niederrheinhäfen – also des Zusammenschlusses der DeltaPort Häfen (Stadthafen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen Wesel und Hafen Voerde-Emmelsum) mit dem Hafen Emmerich und dem NIAG-Hafen in Rheinberg-Orsoy – waren wieder zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an Bord des Fahrgastschiffes „Riverlady“ gekommen. Und das diesjährige Motto „Transformation meets Logistics“ bot viele Anknüpfungspunkte, um ins Gespräch zu kommen und die großen Fragen der Zeit und der Branche zu diskutieren. Wie lässt sich der Wandel aktiv gestalten? Welche Chancen bringt die Transformation für die Logistikbranche? Und wie kann der Logistik- und Wirtschaftsstandort Niederrhein von diesen Entwicklungen profitieren?
In seiner Keynote plädierte Wesels Bürgermeister Rainer Benien für eine noch stärkere Verzahnung der handelnden Akteure und stellte den geplanten Innovationscampus Wesel vor. Der soll als Schnittstelle zwischen lokaler Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft dienen. Denn: „Es geht darum, dass wir Wissenschaft und Wirtschaft noch enger zusammenbringen müssen, um Innovationen, Wissenstransfer und regionale Entwicklung nachhaltig zu fördern“, forderte Benien. Die DeltaPort-Häfen seien ein Musterbeispiel, wie eine solche Kooperation aussehen könne. „Sie zeigen, wie wirtschaftliche Praxis, Infrastrukturentwicklung und Zukunftsthemen miteinander verknüpft werden können“, betonte der Weseler Bürgermeister.
Schirmherr der Veranstaltung war Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, der Präsident der Hochschule Rhein-Waal. Diese beherbergt mit dem „Kompetenzzentrum Gesellschaftliche Transformationen“ ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich mit aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzt und nach Lösungen für die Zukunft sucht. Locker-Grütjen betonte, wie wichtig wissenschaftliche Innovationen seien, um den Wandel zu gestalten. Nur durch die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft könne Transformation aktiv und positiv vorangetrieben und als Triebfeder für Verbesserungen genutzt werden. In diesem Kontext spiele die Logistik, die heute weit mehr sei als der bloße Transport von Gütern, eine wesentliche Rolle für die Gesellschaft.
Der Hafen Emmelsum wird zum RailPort entwickelt
Diesen Aspekt griff Gastgeber Andreas Stolte auf. Er betonte die besondere Lage der DeltaPort Niederrheinhäfen im Herzen einer der stärksten Industrieregionen Europas und skizzierte die vielen Projekte, mit denen der Hafenverbund die Transformation aktiv gestalte und damit seine Schlüsselrolle für die Wirtschaft in der Region stärke. Ein Beispiel sei der Hafen Emmelsum, der sich aktuell zum RailPort entwickelt. Hier treibe man die Dekarbonisierung logistischer Prozesse aktiv voran und zeige, wie Schiff und Schiene ineinandergreifen und „wie moderne Logistik und Klimaschutz zusammenwirken können“. Der „Cool Corridor“ verbinde die Region mit den Seehäfen und setze „neue Maßstäbe für nachhaltige Kühlketten“. Initiativen wie EcoPort813 und LOG4NRW zeigten derweil, wie die nachhaltige und digitalisierte Logistik von morgen aussehen wird.
Transformation werde häufig als Risiko beschrieben, so Stolte. „Wir sehen sie als die Chance, den Wirtschaftsstandort Niederrhein langfristig zu stärken.“ Dazu müssten aber die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden – von leistungsfähigen Häfen über moderne Schienenverbindungen bis zu funktionierenden digitalen Prozessen. Mindestens genauso wichtig seien jedoch „Menschen, die bereit sind, Veränderungen aktiv zu gestalten. Denn Transformation ist eine Haltung. Und genau diese Haltung wird darüber entscheiden, wie erfolgreich unsere Region in zehn oder zwanzig Jahren sein wird.“ Deswegen appellierte Stolte: „Lassen Sie uns die Transformation gemeinsam gestalten. Mit Mut. Mit Innovationskraft. Und mit dem festen Willen, aus Herausforderungen Chancen zu machen.“




